W-Antworten

Wer sich beim Lästern ertappen lässt, wird böse angeschaut. Wer zu blöd ist, unauffällig zu sein, der wird damit bestraft, entblößt zu werden. Sehr unterhaltend ist es dann, wenn die doofen Leute das merken, sich räuspern und kurz mal strecken müssen, cool tun müssen, ja, worüber haben wir gerade nochmal gesprochen?

Was ist eine dumme Frage? Ich weigere mich zu glauben, es gäbe keine. Denn wenn auf der Betriebsanleitung steht „wenn Grün leuchtet, bitte anschalten“ und mich jemand fragt, was das bedeutet, dann verweigere ich meine Antwort. Ich habe nicht die Zeit für sowas, ich habe lediglich die Zeit, mich darüber aufzuregen.

„Wie funktioniert das eigentlich mit dem Schreiben? Man setzt sich an den Tisch und los geht’s oder wie?“
Nein, nein, da denken Sie völlig falsch. Erstmal geht man im Schlafanzug zum Bäcker, dann betrachtet man die Postkarten am Kühlschrank, dann spült man das eklige Kaffeesatzfach der Kaffeemaschine aus, dann geht man duschen, dann legt man sich ins Bett, dann schaut man Love, Jane the Virgin, House of Cards und zum Abschluss Gossip Girl, dann muss man kurz schlafen (weil so viel Input), dann steht man auf, dann setzt man sich an den Schreibtisch und dann geht’s los. Und wenn nichts losgeht, dann geht man nochmal zur Bäckerei am Eck und wenn man dann dran ist, dann beugt man sich über die Auslage und flüstert:
„Hey, hey Sie da! Wie funktioniert das eigentlich? Sie gehen morgens zur Arbeit und dann geht’s los oder wie?“

Wozu erklärt man jemandem diese Sache mit Computern, wenn er denkt, man könne Programme kopieren? Weil es gut für’s Karma ist. Ich habe kürzlich jemandem erklärt, dass das Kopieren lediglich so ist, als würde er einen Buchdeckel von A nach B legen, das Buch jedoch dabei vergessen. Das hat er verstanden und dann haben wir gelacht und ich habe kurz überlegt, ob ich vielleicht einen Computerkurs anbieten sollte. Wenn’s mal wieder knapp wird am Ende des Monats. Für so Leute, die lesen, aber nicht computern. Aber man soll sich ja nicht übernehmen.

Warum scheint es für die meisten Menschen mit das Schlimmste zu sein, wenn große Familienfeiern anstehen? Liegt das an der Verwandtschaft oder ist es die Angst, dem zehnten Stück Torte nicht widerstehen zu können? Ich finde Familienfeiern großartig. Es gibt ganz viel Essen, es gibt immer eine richtig geile Story und genügend Alkohol, um selbst auf die schlimmsten Fragen die passenden Antworten zu haben. Außerdem ist am Ende doch immer eins sicher: Man darf wieder abreisen. Im Koffer hat man dann einen Einblick in einen Minikosmos, der nicht funktioniert und dann doch irgendwie schon.

Wo sind eigentlich die authentischen Menschen? Wenn ich zurückdenke an meine Studienfreundin, die in Münchner Clubs Betrunkenen aus der Bibel vorgelesen hat und am Ende selbst kaum stehen konnte, dann wird mir immer warm ums Herz und ich wünschte, es würden sich mehr Menschen trauen, sie selbst zu sein.

Wann hat man alles richtig gemacht? Wenn die iMessages nur aus roten Herzen bestehen und keiner das Bedürfnis hat, damit aufzuhören. Dann weiß man, dass man es gut hat. Das ist dann einfach so. ❤



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