Über das Schreiben.

für Eleni.

Die Sache ist die, dass ich es nicht mehr hören kann.
Es reicht nicht.

Und wir zerfleischen uns. Uns und unsere Texte. So viele Nächte habe ich mit der Figur, die ich erfunden habe, die einfach irgendwann da war, gestritten, weil sie flügge wurde und mir entglitt. Ich fragte sie, warum tust du das, um am Ende doch bei ihr zu bleiben.

Und wir haben Höhenflüge. Wenn es so weit ist, ein guter Satz, ist es auch nur ein einzig guter, er reicht, um das Zimmer vibrieren zu spüren, das Herz rast. Wir kommen. Nein, wir sind schon längst wieder da.

Und wir fallen, weil wir jedes Mal aufs Neue die Höhe unterschätzen. Aber die Fallhöhe gehört zum guten Stil, was? Ich dachte, ich hatte diesen einen Vorteil, ich war auf Bühnen doch schon so oft gefallen. Aber ich hatte keinen, beim Schreiben starten wir alle bei Null, und das ist vielleicht das einzig faire an der Sache.

Und irgendwann gibt es einen Moment der Ruhe, wir atmen ein und vergessen zum ersten Mal nicht, danach auszuatmen. Und dann ist alles gut. Es ist fertig, zumindest vorerst, dann kriechen wir aus unseren Löchern und bemerken, dass die Zeiten längst andere sind. Wir hatten uns verloren, in uns selbst, und das war wirklich schön.

Und dann vermissen wir es. Das Verlangen zu tippen oder zumindest Gedanken zu formen, und die Abwesenheit tut fast genauso weh, wie mit dem Kopf auf den Bordstein zu knallen. Was wären wir ohne sie? Was würde übrig bleiben von uns?

Deswegen muss es reichen. Wir müssen reichen. Wir haben keine andere Wahl.



Eine Antwort zu “Über das Schreiben.”

  1. Sally sagt:

    Für die einen reicht es nicht, für die anderen ist es mehr als genug, ist es einfach wundervoll.
    Vertrauen wir denen, denen wir genug sind. ❤️